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Otto Georg Thierack wurde am 19. April 1889 in Wurzen geboren und hat sich am  22. November 1946 im Internierungslager Eselheide vergiftet. Er war ein deutscher Jurist, nationalsozialistischer Politiker und Reichsjustizminister unter Adolf Hitler. Als Präsident des Volksgerichtshofes hatte sich Thierack gegenüber Reinhard Heydrich gefällig gezeigt, indem er im Prozess gegen Alois Eliáš entgegen der Gerichtsverfassung die Staatsanwaltschaft heraushielt und den Leiter der Stapostelle Prag als Anklagevertreter akzeptierte. Das half ihm, unter anderem mit Himmler und Heydrich als Fürsprecher und guten Kontakten zu Martin Bormann von der Kanzlei des Führers,  erster Anwärter für den unbesetzten Posten an der Spitze des Justizministeriums zu werden.

Am 20. August 1942 trat Thierack das Amt des Reichsministers der Justiz an. Beim Volksgericht griff Reichsminister Thierack maßregelnd ein, wenn er die „in jahrelanger mühevoller Arbeit“ erworbene „Würde des Volksgerichshofes“ beeinträchtigt sah.

Er stellte am 13. Oktober 1942 in einem Schreiben an Bormann im Zusammenhang mit Polen, Russen, Juden und Zigeunern bedauernd fest, dass „die Justiz nur in kleinem Umfange dazu beitragen kann, Angehörige dieses Volkstums auzurotten.“ Nach einer Intervention Hitlers ordnete Thierack an, Todesurteile seien unverzüglich zu vollstrecken. Im Reichsjustizministerium wurde ein Dienst geschaffen, der Tag und Nacht besetzt war, um Gnadengesuche beschleunigt abzulehnen.

Im September 1943 wurden einige Gebäude im Gefängnis Plötzensee zerbombt, darum ordnete Thierack an, rund 300 zum Tode Verurteilte seien umgehend zu töten. Unter den Gehängten befanden sich Häftlinge, deren Gnadenverfahren noch liefen, sowie einige, bei denen noch kein Todesurteil ausgesprochen wurde.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und seiner Festnahme durch die Alliierten vergiftete sich Thierack am 26. Oktober 1946 oder am 22. November 1946 im Internierungslager Eselheide.